Angesichts der Weltlage scheint es Wichtigeres zu geben, aber die Menschen, die immer darauf hinweisen, dass man doch aufgrund der aktuellen Geschehnisse nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könnte, übersehen, dass es immer gute Gründe für Empörung, Erregung und Hysterie gibt. Ja, wir haben gravierende Probleme auf der Welt, aber ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der das nicht der Fall gewesen wäre. Und doch haben die Menschen Großartiges geschaffen. Es ist ein wesentliche Fähigkeit des gesunden Geistes, die Welt ab und zu auszusperren und sich anderem zu widmen, schon weil es der Seele nicht hilft, sich nur dem zuzuwenden, was Grund zur Verzweiflung ist. Es muss erlaubt sein, die Welt nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt ihrer Gefährdung zu betrachten. In anderen Teilen der Welt ist das sogar selbstverständlich. In Malaysia laufen die Leute nicht mit hängenden Köpfen durch die Gegend, sondern bauen an ihrer Zukunft. Als Reisender geht, fährt oder dümpelt man durch das wunderbare Land und versucht das Wunderbare im Kopf und mit der Kamera festzuhalten. In meinen Bildern verarbeite ich das Ganze und versuche, das Verschwinden der Bilder in der Erinnerung festzuhalten.
Deshalb der Titel Paramnesie: Er bedeutet trügerische Erinnerung. Was wir im Kopf behalten ist nur eine unvollständige Rekonstruktion, die zudem mit der Zeit verschwindet. Wenn ich es schaffe, dass das objektiv Gesehene wie eine zerfallende Erscheinung wirkt, dann bin ich zufrieden.