Willkommen auf nuhr.de

Ausstellung

Nebenbei mache ich auch humorlose Fotos. Man kann ja nicht den ganzen Tag lachen.



Deswegen gibt es hier eine kleine Ausstellung, die ständig aktualisiert wird, mit Bildern, die ich auf Reisen mache, meist ziemlich leer, dafür sehr meditativ. Viel Ruhe führt zu längerem Leben und besserer Verdauung. Deshalb sollte man auch mal innehalten. Begriffe wie "Beschaulichkeit" oder "sich besinnen" fristen bei uns ein Mauerblümchendasein, weil man sich in der Zeit, in der man sich besinnt, lieber der Alkoholaufnahme oder der Gewinnmaximierung widmet. Schade eigentlich.



Ich fotografiere gerne, schon weil ich eine ganz andere Erinnerung habe an Orte, die ich abgelichtet habe. Man guckt auch ganz anders hin. Viel intensiver. Das ist bei Menschen natürlich häufig unerfreulich. Deshalb fotografiere ich hauptsächlich Landschaften. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit...





Dieter Nuhr

Ausstellung: Album: Düsseldorf

Düsseldorf

Der Volksmund sagt: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Leider wird oft nicht nur gehobelt, sondern auch gestemmt, gebohrt und gebaggert. Dann staubt es, und der der Nachbar versucht, den Presslufthammer mit entnervtem Getobe zu übertönen. Aber siehe: Das ist Natur! Dem Werden geht das Vergehen voran, und neues Leben blüht aus dem Verfall. Und selbst da, wo blinde Zerstörung waltet, wächst am Ende Neues heran. Man sieht es bloß noch nicht...

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Ausstellung: Album: Griechenland

Griechenland

Der griechisch-orthodoxe Glaube ist - wie jeder religiöse Glaube - ein seltsames Gespinst. Menschen tun im religiösen Namen seltsame Dinge. Sie massakrieren einander oder machen sinnlose genormte Bewegungen oder sie verharren einfach für ein paar Jahre regungslos auf einem Bein, wie es zum Beispiel vereinzelt bei hinduistischen Sadhus vorkommt. Nicht selten aber bringt der Glaube künstlerische Leistungen von beeindruckender Aura hervor. Dabei sind die kreativen Leistungen der Gläubigen oft unberechtigterweise unterschätzt gegenüber den offiziellen von kirchlicher Seite. Jene von Kirchen bestellte Kunst ist oft bloß ein routinierter Aufguss aus Auftragskitsch und Blasphemie, was Gläubige aber fabrizieren, hat oft beträchtliche surreale Kraft. So ist es auch in Griechenland, wo die Gläubigen Kästen am Straßenrand verrotten lassen, um die Lebenden darauf hinzuweisen, dass alles Materielle dem Zahn der Zeit unterworfen ist. Wunderbar!

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Ausstellung: Album: Ladakh

Ladakh

Im Ladakh ist alles wie in Tibet, nur dass in den Klöstern nicht chinesische Soldaten patrouillieren, sondern unbewaffnete Mönche. Die Berge gehen bis in die Stratosphäre und wer sie ohne Sauerstoff besteigt, beweist damit nicht seinen Mut, sondern dass sein Hirn ohne Sauerstoff genauso funktioniert wie mit - also gar nicht. Das allgemeine Mantra lautet: Om mani padme hum. Das heißt übersetzt auf Hessisch: Nur net neistrese lase...

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Ausstellung: Album: Botswana

Botswana

In Botswana versickert ein riesiger Strom in der Kalahariwüste. Das Okawangodelta ist ein Paradies für Tierarten aller Art, ob haarig, schuppig oder gefiedert, ob eklig, niedlich oder gefährlich. Man sollte nicht einfach im Freien übernachten, wenn man Wert darauf legt, am Ende der Nahrungskette zu verharren. Von oben sieht alles ziemlich bizarr aus. Schauen Sie es sich doch einmal an! Alles was Sie brauchen ist ein Hubschrauber. Den gibt es zwar erstaunlicherweise noch nicht bei Aldi oder Lidl, aber man kann ihn mieten - am besten inklusive Pilot, damit das Runterkommen in geregelter Geschwindigkeit passiert

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Ausstellung: Album: Mali

Mali

Mali hat keinen Zugang zum Meer. Trotzdem leben fast alle am Wasser, denn der Niger schlängelt sich durchs Land. Ansonsten ist alles wüst. Wie fast überall in Afrika hat man nicht den Eindruck, dass das Land in den nächsten Jahren einen überragenden Aufschwung erleben wird. Die Damen halten den Laden am Laufen, und die Herren genießen und trinken einen, gern auch zwei oder 44. Bei der Entwicklung des Landes wird der Fokus deshalb gern auf die Damen gelenkt, die in Sachen Ehrgeiz erheblich mehr auf die Beine stellen. Überall bekunden Frauen öffentlich, dass sie der Frauenbewegung angehören und die Chauvis satt sind. Das ist mutig in einem Landstrich, in dem die Kerle noch ihr archaisches Selbstbild aus der Vorzeit pflegen. Viel Glück!

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Ausstellung: Album: Indien

Indien

Indien ist bunt und heiter. Man lebt und stirbt dort ganz gelassen vor sich hin. Auch wenn sich der persönliche Besitz auf ein paar Krankheiten beschränkt, ist das für den Inder noch lange kein Grund, mit dem Schicksal zu hadern. So scheint es zumindest dem Reisenden. In Wirklichkeit gibt es auch in Indien schlechte Laune. Man neigt aber nicht dazu, den anderen oder gar Fremde damit zu belästigen. Man lächelt und steigt im bunten Sari in den Ganges um sich zu reinigen, eine lustige Idee denn der Ganges ist ein Bakterienpfuhl, der zur Säuberung in etwa so tauglich ist wie eine Badewanne voller Altöl. Erstaunlicherweise wirken die Leute aber auch nach dem Bad im Fluss extrem gepflegt. Die bunten Tücher leuchten, und wenn man nicht ab und zu auf ein paar Sterbende treffen würde, könnte man glauben, man sei im Paradies. Es ist nur folgerichtig, dass die indische Religion keine Trennung von Himmel und Hölle vorsieht. Hier liegt alles nah beieinander...

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Ausstellung: Album: Indonesien

Indonesien

Indonesien ist das größte muslimische Land der Erde. Allerdings findet man dort auch Andersgläubige. Auf Bali beispielsweise gibt es eine besondere Form des Hinduismus. Hier werden die Toten erst vergraben und dann, wenn ein Priester feststellt, dass der Zeitpunkt günstig sei, ausgegraben, verbrannt und ins Meer verklappt. Der Geist kann dann mit dem Rauch in den Himmel aufsteigen und aus dem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ausbrechen. Das klappt allerdings nicht immer, sonst wäre ja niemand mehr da...

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Ausstellung: Album: Nepal

Nepal

Nepal ist schmal und liegt auf der Seite. Es fängt, wenn man nach Osten läuft, rechts auf 100 Meter Höhe an und hört links auf knapp 9000 auf. Kein Wunder, dass manches schief geht. Das Land ist nicht gerade reich, hat oft nur stundenweise Strom, ist aber von einer landschaftlichen und kulturellen Schönheit, dass man es als Besucher vor lauter Faszination kaum wahrnimmt, wenn man schon wieder mit einem Bein in einer Güllepfütze steht. Der Nepali sieht das alles nicht so eng. Er hat einen tiefen Glauben, und selbst wenn er im Hier und Jetzt nichts auf die Reihe kriegt, freut er sich am Leben - wenn nicht an diesem, dann am nächsten...

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Ausstellung: Album: USA

USA

Was viele nicht wissen ist, dass die USA nicht nur aus ihrem Präsidenten bestehen, sondern auch aus den heißen Quellen des Yellowstone National Parks, die die ganze Landschaft in schwefliges Gelb, Aquamarinblau und Pustelrot tauchen. Dann gibt es noch Campingwagen und Berge. Das war's dann aber auch, wenn man von den vielen anderen Dingen absieht, die das Land zu einem der faszinierendsten Reiseländer der Erde machen. Man muss sich als Reisender allerdings mit dem Gedanken anfreuden, dass man ein paar Wochen auf gutes Essen verzichten muss. 110 % der Bevölkerung haben starkes Übergewicht, was daran liegt, dass selbst der Kaffee karamelisiert wird und einzelne Portionen im Restaurant in Indien ganze Landkreise mit Nahrung versorgen würden. Es gibt Dinge, die muss man nicht fotografieren.

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Ausstellung: Album: Iran

Iran

Im Iran kann man wunderbar reisen, wenn man darauf verzichtet, Damen anzufassen oder laute Musik zu hören. Dann wird man ausgepeitscht. Bei Ehebruch wird man gesteinigt. So eine Steinigung ist zwar ein außergewöhnlicher Event, sehr authentisch und extrem beeindruckend. Trotzdem habe ich darauf verzichtet, daran teilzunehmen. Es gibt Momente, in denen es sinnvoll ist, auch mal zu verzichten...

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Ausstellung: Album: Ägypten

Ägypten

In Ägypten gibt es einen Ort namens El Quseir, der dadurch auffällt, dass er ein richtiger ägyptischer Ort ist. Das ist für einen Touristen, der Ägypten bereist, erstmal eher ungewöhnlich, denn der Ferienmacher nimmt Ägypten hauptsächlich als Lager wahr, eine Art Ghetto, in dem man sich gerne aufhält, weil man weiß, dass der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist. El Quseir ist ein ganz normal gewachsener Ort mit ganz normalen Menschen, die ganz normal vor sich hinleben. Mit anderen Worten: Ein außergewöhnlich normaler Ort. Da lohnt es sich hinzuschauen.

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